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RSM-Thema


Charakteristika

 

Ausrichtung und Zielgruppe sowie Procedere der Rückmeldung

Die interne Evaluation wird vor allem block- bzw. veranstaltungsbezogen durchgeführt und zielt nicht primär auf die Beurteilung einzelner Lehrender. Dies wäre auch schwierig angesichts des häufigen Wechsels und die großen Zahl von Lehrenden, die im Reformstudiengang unterrichten .(Im letzten Jahr waren es ungefähr 350 Dozentinnen und Dozenten). Jeder einzelnen Dozentin und jedem Dozenten eine individuelle Rückmeldung zu erstellen wäre zurzeit aus kapazitären Gründen nicht möglich. Einzelne Lehrende erhalten aber dann eine individuelle Rückmeldung, wenn Sie namentlich im Freitext von den Studierenden erwähnt werden. Im Sommersemester 2002 waren dies ca. 50, im Wintersemester 2003/04 ca. 80 Lehrende.
Eine etwas andere Situation besteht bei Veranstaltungen, die über ein Semester hinweg von einem oder zwei Lehrenden durchgeführt werden (POL-Sitzungen, Interaktion, Grundlagen ärztlichen Denkens und Handelns, Gesundheitswissenschaften, Methoden wissenschaftlichen Arbeitens). Bei diesen Veranstaltungen erhält jede Dozentin und jeder Dozent am Ende des Semesters ein individuelles Feedback über die eigene Veranstaltung. Im Sommersemester 2002 waren dies ca. 60, im Wintersemester 2003/04 ca. 80 Dozentinnen und Dozenten. Individuelle Rückmeldungen gehen grundsätzlich nur an den betroffenen Lehrenden selbst. Außer Mitgliedern der Arbeitsgruppe Reformstudiengang kann niemand sonst Einblick in diese persönlichen Daten nehmen.

Insofern ist die Ausrichtung der Evaluation im Wesentlichen am Informationsbedarf der Verantwortlichen ausgerichtet, die Inhalt und Struktur der Blöcke festlegen.

Freiwilligkeit

Das Ausfüllen der Fragebögen durch die Studierenden beruht auf Freiwilligkeit. Dies hat mehrere Gründe: Wir erhoffen uns, dass die Studierenden von sich aus einen Sinn in der Evaluation ihrer Veranstaltungen sehen und aus diesem Grund bereit sind, Fragebögen auszufüllen. Nur dann kann die Evaluation ein sinnvolles Instrument sein, das zur Optimierung des Reformstudiengangs beiträgt. Ein sinkender Rücklauf ist also als ein Warnzeichen dafür, ob die Studierenden in ausreichendem Maße nachvollziehen können, was aus ihren Fragebögen wird und ob ihre Beurteilungen auch zu konkreten Veränderungen geführt haben und insofern selbst ein Evaluationsergebnis.
Ein weiterer wichtiger Grund für die Freiwilligkeit der Evaluation ist die Qualität der Auswertung. Ein Fragebogen, in dem etwa alle Items wegen mangelndem Interesse mit "unentschieden" ausgefüllt wurde, hätte wenig Informationsgehalt, im Gegenteil die Interpretation würde eher erschwert als erleichtert.
Ein Nachteil der Freiwilligkeit ist sicherlich die Interpretation der "schweigenden Masse". Wir können keine Auskunft darüber geben, ob dies nun die besonders zufriedene oder unzufriedene Gruppe der Studierenden ist. Diesen Verlust an Informationen nehmen wir aber unter den dargestellten Überlegungen hin.
Um die Rücklaufquoten weiterhin hoch zu halten, ist eine kontinuierliche Rückmeldung der Evaluationsergebnisse an Studierende wünschenswert. Dies kann in Form von Rundschreiben, Aushängen oder Diskussionsrunden erfolgen. Aus kapazitären Gründen erfolgt dies zur Zeit aber noch nicht vollständig.


Organisation der Erhebung

Zur Optimierung der Datenerhebung und des Rücklaufs wurde folgendes Vorgehen standardisiert:

  • Vor Beginn eines neuen Semesters werden die Fragebögen überarbeitet, indem sie an veränderte Kurskonzepte angepasst werden. Besondere Wünsche von Planenden werden nach Möglichkeit in den Fragebögen berücksichtigt.
  • Die Fragebögen sind in die Blockbücher integriert, die am Anfang des Semesters an die Studierenden ausgehändigt werden. So gehen die Fragebögen nicht verloren und die Studierenden können bereits während des laufenden Blocks in den Fragebögen Kommentare aufschreiben und einzelne Veranstaltungen beurteilen.
  • Zum Ende des Blocks werden die POL-Dozenteninnen und -Dozenten gebeten, die Studierenden ihrer POL-Gruppe an die Evaluation und das Ausfüllen der Fragebögen zu erinnern. Die Studierenden können die ausgefüllten Fragebögen persönlich abgeben oder in speziell vorgesehene Kartons im TÄF einwerfen.
  • Bei geringen Rückläufen (unter ca. 60%) werden die Studierenden in einzelnen Veranstaltungen oder erneut von den POL-Dozentinnen und -dozenten bzw. bei der Prüfungsanmeldung an die Evaluation erinnert.
Durch dieses Procedere konnten die Rückläufe der einzelnen Blöcke deutlich verbessert werden, wobei auffällt, dass in der Regel die im Semester später liegenden Blöcke eine geringere Rücklaufquote haben als die frühen Blöcke.

Einordnung und Interpretation

Die Einordnung und Interpretation der Ergebnisse in Bezug zu einem "objektiven Vergleichsmaß" stellt einen zentralen Punkt der gegenwärtigen Diskussion dar. Ist eine Veranstaltung, die etwa mit Median 2 (z.B. auf einer fünf-stufigen Skala) beurteilt wurde, eine gute Veranstaltung? Ein mögliches Vorgehen könnte sein, fakultätsinterne Standards zu entwickeln. Über den Vergleich der Evaluation sehr vieler Blöcke oder Veranstaltungen, könnte ein Mittelwert entstehen, an dem sich alle Blöcke messen könnten. Liegt die studentische Beurteilung darüber oder darunter, ließe sich jeweils feststellen, ob ein Block im Vergleich mit anderen Blöcken besser oder schlechter beurteilt wurde.
Erste Ansätze finden sich in den Übersichten, die seit dem Wintersemester 2001/2002 erarbeitet wurden, die einzelne Evaluationsergebnisse in einen chronologischen Zusammenhang mit vorher stattgefundenen Blöcken setzen. Ein weiterer Schritt war die Entwicklung von jahrgangsbezogenen Referenzwerten im Sommersemester 2002, die die Evaluationen aller Blöcke, die von dem jeweiligen Jahrgang bereits evaluiert wurde, zusammenfassen. (siehe unten stehendes Beispiel)

Evaluationsberichte

Die Berichte beinhalten eine Zusammenfassung von 3-5Seiten sowie eine ausführliche Darstellung der Ergebnisse, in der zu jedem Item die Stichgruppengröße, der Median, die Häufigkeitsverteilung und bei der allgemeinen Beurteilung des Blocks das Histogramm dargestellt sind. Am Ende jedes Berichts befindet sich eine Zusammenfassung in tabellarischer Form mit den bereits erwähnten jahrgangsbezogenen Referenzwerten und Evaluationsergebnissen des Blocks in den Vorjahren.

Beispiel: Übersicht über die Evaluationsergebnisse der Übung „Interaktion“ im 6. Semester

Im Folgenden finden Sie einen Überblick der Ergebnisse zur Beurteilung der „Interaktion“ im 6. Semester. Dieser Überblick ist als Ergänzung zu den ausführlichen Evaluationsergebnissen zu verstehen, indem die Ergebnisse mit den Ergebnissen des Vorjahres in Beziehung gesetzt werden. Die Tabelle ist folgendermaßen aufgebaut: In der roten Spalte finden Sie die Ergebnisse des aktuellen Semesters. In der Überschrift finden Sie die Anzahl der Fragebögen, die in die Evaluation eingegangen sind (=N). In der ersten schmaleren Spalte finden Sie den Median (=Md) der einzelnen Items. In der zweiten breiteren Spalte finden Sie die Zustimmung für das jeweilige Item in Prozenten ausgedrückt, wobei jeweils die drei zustimmenden Skalenwerte (1-3) der verwendeten sieben-stufigen Skala (1=stimme voll zu, 2=stimme zu, 3=stimme eher zu, 4=weder noch, 5=stimme eher nicht zu, 6=stimme nicht zu, 7=stimme gar nicht zu) zusammengefasst wurden. In der schwarzen Spalte rechts der roten Spalte finden Sie die Ergebnisse der Übung des Vorjahres. Der Aufbau der Spalten ist identisch mit dem der roten Spalte.

 

Items*

SoSe 2003 N=32

SoSe 2002 N=38

Md

% Zustimmung

Md

% Zustimmung

Die Zielsetzung der Übung ‚Interaktion‘ war mir klar.

2

91

3

79

Ich konnte die „Interaktion“ dafür nutzen, eigene Ziele für das Blockpraktikum zu formulieren.

3

61

3

53

Generell war das Formulieren eigener Ziele in der „Interaktion“ eine wichtige Übung für mich, die ich auch später noch nutzen kann.

4

38

3,5

50

Ich habe mich im Rahmen der „Interaktion“ mit meiner eigenen Rolle auf Station auseinandersetzen können.

3

59

3

73

Ich konnte in der „Interaktion“ Lösungsansätze entwickeln, mit schwierigen Situationen besser umzugehen.

3

72

3

79

Ich hatte ausreichend Gelegenheit, problematische Aspekte, die in „Interaktion“ auftauchten, auch dort zu bearbeiten.

2

81

2

75

Mit ist klar geworden, was ein Aufklärungsgespräch im Unterschied zu einem Anamnesegespräch ausmacht.

2

100

2

86,5

Durch die Gespräche mit den Simulationspatienten/-innen habe ich Anregungen erhalten, a)wie ich ein Aufklärungsgespräch strukturieren kann.

2

91

3

74

Durch die Gespräche mit den Simulationspatienten/-innen habe ich Anregungen erhalten, b) wie ich das Verständnis des Patienten/der Patientin sicherstellen kann.

2

97

3

63

Die simulierten Krankengeschichten waren an meinem Ausbildungsstand gemessen sinnvoll.

2

97

-

-

Die „erfundene Krankheit“ halte ich für eine hilfreiche Methode zum Üben eines Aufklärungsgesprächs.

2

66

5

30

Ich konnte durch das Feedback folgender Personen mein eigenes Verhalten mit Patienten besser wahrnehmen: Sim.Pat.

2

86

2

72

Ich konnte durch das Feedback folgender Personen mein eigenes Verhalten mit Patienten besser wahrnehmen: Dozent/in

2

87

2

81

Ich konnte durch das Feedback folgender Personen mein eigenes Verhalten mit Patienten besser wahrnehmen: meine Kommilitonen/-innen

2

87

2

83

Es herrschte eine angenehme Atmosphäre in unserer Kleingruppe.

2

81

2

81

Ich bin insgesamt zufrieden mit der Art und Weise, wie in unserer Gruppe Feedback geäußert wurde

2

81

2

86

Ich fühlte mich von den Lehrenden ernst genommen (in meinen Bedürfnissen, Erwartungen, Meinungen u.ä.).

2

81

2

84

Die Übung „Interaktion“ hat mir in diesem Semester Spaß gemacht

1,5

97

2

71

*Zum Sommersemester 2003 wurden die Inhalte der Übung zum Teil umgestellt, was mit einem veränderten Itemsatz einherging.

 
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