|
Lerninhalte
|
Die Auswahl der Inhalte des Reformstudienganges orientiert sich an grundsätzlichen
Überlegungen: Angesichts des schier unüberschaubaren und ständig
anwachsenden medizinischen Detailwissens muss das Ausbildungsziel eines
inhaltlich lückenlos gebildeten Mediziners als illusorisch aufgegeben
werden. Die Ausbildung sollte sich vordringlich an primärärztlichen
Fertigkeiten orientieren, also an Fähigkeiten, die jeder Arzt unabhängig
von der gewählten Weiterbildung beherrschen sollte. Dies erfordert eine
klare Differenzierung zwischen Aus- und Weiterbildungszielen; speziellere
Inhalte bleiben der Weiterbildung vorbehalten. Der Berliner Reformstudiengang
orientiert sich in seiner curricularen Planung somit nicht mehr an dem auf
Vollständigkeit angelegten Gegenstandskatalog, der für die derzeitige
Ausbildung maßgeblich ist. Vielmehr basiert er auf klar definierten
Lernzielen, die grundlegende medizinisch-wissenschaftliche und allgemeine
ärztliche Kenntnisse bzw. Fertigkeiten umfassen. Insofern richtet sich
die neue Systematik nach folgenden Kriterien:
- Häufigkeit der Erkrankung in verschiedenen Altersgruppen bzw.
in der ärztlichen Versorgung,
- Bedeutung von Erkrankungen hinsichtlich der Dringlichkeit ärztlichen
Handelns,
- Bedeutung einzelner Erkrankungen für das Verständnis grundlegender
Zusammenhänge (Exemplarizität).
Die Inhalte der Unterrichtsveranstaltungen sowie die Auswahl der Krankengeschichten
(paper cases) für das POL werden durch Blockausschüsse festgelegt,
die aus Vertretern der entsprechenden Fachdisziplinen zu den jeweiligen Themenblöcken
gebildet werden. Indem die Universität regelmäßig überprüft,
ob die von ihr vermittelten Inhalte und Fertigkeiten den beruflichen Anforderungen
an Hochschulabsolventen entsprechen, stellt sie sich ihrer gesellschaftlichen
Verantwortung und erfüllt die Erwartungen, die an die finanziellen Aufwendungen
durch die Gesellschaft geknüpft sind. |
|
|
|
|